RENDEZ-VOUS MIT …

Dinard

Wer war nicht schockverliebt in Jean-Marc Barr, damals, 1988? Ich saß mit meiner französischen Austauschfreundin Sophie in Paris im Kino. Es lief ‚Le Grand Bleu‘ (Im Rausch der Tiefe). Die sphärischen Klänge der Filmmusik lullten mich ein, während ich ein ums andere Mal mit dem schönen, weltentrückten Apnoetaucher ins tiefe Blau hinabglitt. Als ich wieder auf der Straße stand, hatte Jean-Marc Barr alle vom Sockel gestoßen, die ich bis dato angehimmelt hatte: Errol Flynn, John Lennon, Captain Kirk und ein paar Mitschüler. Ich sah den Film natürlich später zuhause noch einmal, fand Jean Reno albern und Rosanna Arquette dämlich, war wieder betört vom hübschen Jean-Marc.

„Neun Monate haben wir gedreht, und ich bin zweimal fast ertrunken. Dieser Film hat mein Leben verändert.“
Jean-Marc Barr

Jahrzehnte habe ich nicht mehr an ihn gedacht – bis ich plötzlich in Dinard vor einer Tür stehe, an der sein Name prangt. Was, hier wohnt Jean-Marc Barr? Nein, natürlich nicht. Auch nicht Catherine Deneuve oder Sandrine Bonnaire. Nein, hier hat der bretonische Badeort den Vorsitzenden seiner Filmfestivaljurys ein Denkmal gesetzt. Nicht, weil die sich hier am Strand umgekleidet hätten für die große Gala, sondern weil die Kojen am Wasser zu den Wahrzeichen der Stadt zählen und sich für eine solche Hommage eignen (wahrscheinlich auch, weil es hier reichlich Türen gibt – es sind noch einige frei. Vielleicht für Omar Sy oder Léa Seydoux?!).

Als ich aus meinen Erinnerungen aufwache, sehe ich jenseits des Wassers Saint-Malo, erstmals von Dinard aus. Es ist tatsächlich eine völlig neue Perspektive – und die Nachbarstadt ein echtes Kontrastprogramm. Dort die alte Piratenfestung, hier die mondäne Filmstadt mit einem altehrwürdigen Kino, mehreren Grand-Hotels und entspannt-gehobener Atmosphäre. Nahezu alles sehr schön, wenngleich ich auf das Casino hätte verzichten können. Allemal einen Tagesausflug wert, aber ich würde trotzdem immer das nicht weit entfernte Dinan vorziehen; hört sich fast genauso an, ist aber viel malerischer. Empfehlen kann ich für das Logement in Reichweite von Saint-Malo, Dinard und Dinan die Ferienwohnungen von Elodie in Minihic-sur-Rance. Mit viel Liebe zum Detail gestaltet und in einem entzückenden Dorf gelegen. Unten weitere Impressionen aus der Festivalstadt … 

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